Umzug ins Ausland: was mitfährt – und was vorher erledigt sein muss

Umzug ins Ausland: was mitfährt – und was vorher erledigt sein muss

Bei einem internationalen Umzug fallen zwei Entscheidungen an, die miteinander nichts zu tun haben und trotzdem gleichzeitig getroffen werden müssen. Die erste ist wirtschaftlich: Was lohnt sich zu transportieren? Ein Kleiderschrank, der am Zielort nicht passt, kostet zweimal – im Transport und im Sperrmüll. Die zweite ist administrativ: Was muss in Deutschland erledigt sein, bevor Sie gehen? Diese Liste ist lang, hat eigene Fristen und lässt sich aus der Ferne nur mühsam nachholen.

Dieser Beitrag behandelt beide. Um Frachtwege, Umzugsgutliste und Einfuhrpapiere geht es ausführlich in unserem Beitrag „BUKG-Auslandsumzug“, der diese Punkte für dienstlich veranlasste Umzüge beschreibt – die technischen Abläufe gelten unabhängig vom Anlass. Die Umzugsfirma Junker ist seit 2012 in Berlin tätig.

Umzugsfahrzeug der Umzugsfirma Junker bei der Beladung für einen internationalen Umzug
Zwei Entscheidungen gleichzeitig: Was lohnt sich zu transportieren – und was muss vorher erledigt sein?

Das Wichtigste in Kürze: Entscheiden Sie vor der Angebotseinholung, was mitkommt – nicht danach. Der Maßstab ist nicht der Kaufpreis, sondern die Frage: Passt es, funktioniert es dort, und was kostet ein Ersatz vor Ort? Rechnen Sie mit deutlich mehr Vorlauf als bei einem Inlandsumzug, weil Frachtraum gebucht und Papiere erstellt werden müssen. Parallel läuft die administrative Seite: Beim Wegzug ins Ausland ist eine Abmeldung bei der Meldebehörde erforderlich – anders als bei einem Umzug innerhalb Deutschlands. Klären Sie außerdem früh Krankenversicherung, Rentenversicherung und Steuerpflicht mit Fachberatung; diese Punkte lassen sich aus dem Ausland nur schwer korrigieren. Und dokumentieren Sie, was in Deutschland eingelagert wird – für die Rückkehr.

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Die Entscheidung: vier Gruppen statt einer Frage

„Was nehme ich mit?“ ist als Frage zu groß. Sortieren Sie stattdessen in vier Gruppen – das macht jede einzelne Entscheidung klein.

Reist mit Ihnen

Was Sie in den ersten Tagen brauchen und nicht auf eine Sendung warten kann: Dokumente, Medikamente, Kleidung, Arbeitsgerät, Ladekabel, Kinderausstattung.

Test: Kann ich zwei Wochen darauf verzichten?

Kommt als Sendung

Möbel, Hausrat, Bücher, alles was die Wohnung einrichtet und dessen späteres Eintreffen verkraftbar ist.

Test: Passt es dort hinein und funktioniert es dort?

Bleibt in Deutschland

Was am Zielort nicht passt oder nicht gebraucht wird, aber nach der Rückkehr wieder gebraucht wird – oder was Sie nicht abgeben möchten.

Test: Brauche ich es nach der Rückkehr wieder?

Kommt gar nicht mit

Was sich weder zu transportieren noch einzulagern lohnt. Bei internationalen Umzügen ist diese Gruppe deutlich größer als bei einem Inlandsumzug.

Test: Verkaufen, verschenken oder entsorgen?

Der Maßstab, der weiterhilft: Nicht „was hat es gekostet“, sondern „was kostet ein Ersatz vor Ort“. Bei Möbeln aus dem mittleren Preissegment liegt die Antwort häufig unter dem Transportaufwand – besonders bei Übersee. Bei Erbstücken, hochwertigen Einzelstücken und allem, woran Erinnerungen hängen, ist die Rechnung eine andere. Diese Unterscheidung ehrlich zu treffen ist der wirksamste Kostenhebel eines internationalen Umzugs.

Was gegen die Mitnahme sprechen kann

PrüfpunktWarum er entscheidet
Netzspannung und SteckerGroßgeräte laufen am Zielort nicht überall. Adapterlösungen sind bei Waschmaschine oder Herd selten praktikabel
Maße der neuen WohnungGrundrisse, Deckenhöhen und Türbreiten unterscheiden sich erheblich zwischen Ländern – ein Schrank, der hier passt, passt dort möglicherweise nicht
Möblierte UnterkunftWird möbliert gestellt, verändert das die gesamte Rechnung. Klären, was vorhanden ist, bevor entschieden wird
Klima am ZielortMassivholz, Furnier, Instrumente und Polster reagieren auf starke Temperatur- und Feuchtewechsel
EinfuhrbestimmungenManche Güter dürfen nicht oder nur mit Auflagen eingeführt werden. Maßgeblich sind allein die Behörden des Ziellandes
Wiederverkaufswert hierWas sich in Deutschland gut verkaufen lässt, muss nicht mitreisen – der Erlös finanziert oft die Ersatzbeschaffung
Dauer des AufenthaltsBei befristeten Aufenthalten verschiebt sich die Rechnung Richtung Einlagerung, bei dauerhaftem Wegzug Richtung Mitnahme oder Verkauf

Prüfliste zur Orientierung. Verbindliche Auskunft zu Einfuhrbestimmungen erteilen allein die zuständigen Behörden und die Auslandsvertretung des Ziellandes.

Für den Teil des Hausrats, der in Deutschland bleibt, kommt eine befristete Einlagerung in Betracht. Was gar nicht mitkommt und sich nicht verkaufen lässt, nehmen wir auf Wunsch direkt mit – Sperrmüllentsorgung.

Einlagerung für die Rückkehr: bitte dokumentieren

Was jetzt eingelagert wird, wird nach Jahren wieder gebraucht – und dann weiß niemand mehr, was in welcher Kiste liegt. Legen Sie beim Einlagern eine Liste mit Nummern und Fotos an. Das ist bei internationalen Umzügen der Punkt, der sich am deutlichsten auszahlt, weil zwischen Einlagerung und Auslagerung eine lange Zeit und eine große Entfernung liegen.

Die Formalitäten beim Wegzug aus Deutschland

Hier unterscheidet sich der internationale Umzug am stärksten von einem Umzug innerhalb Deutschlands – und hier entstehen die meisten nachträglichen Probleme, weil sich vieles aus dem Ausland nur schwer erledigen lässt.

Der wichtigste Unterschied

Beim Wegzug ins Ausland ist eine Abmeldung bei der Meldebehörde erforderlich – anders als bei einem Umzug innerhalb Deutschlands, bei dem die Anmeldung an der neuen Adresse genügt. An der Abmeldung hängen weitere Vorgänge, etwa beim Rundfunkbeitrag. Welche Frist gilt, welche Unterlagen nötig sind und ob eine Abmeldung in Ihrem Fall überhaupt erforderlich ist – etwa bei fortbestehender Wohnung in Deutschland – sagt Ihnen das zuständige Bürgeramt. Fragen Sie dort nach, bevor Sie planen.

Was früh geklärt werden sollte – jeweils mit der zuständigen Stelle:

  • Meldebehörde: Abmeldung, Fristen, Unterlagen, Bescheinigung für weitere Vorgänge
  • Krankenversicherung: Was gilt im Zielland, besteht ein Sozialversicherungsabkommen, brauchen Sie eine internationale Krankenversicherung? Klären Sie das mit Ihrer Kasse oder Versicherung, bevor Sie gehen – eine Lücke im Versicherungsschutz ist das größte Risiko eines Wegzugs
  • Rentenversicherung: Auswirkungen von Auslandszeiten, freiwillige Beiträge, Ansprechstelle für Auslandsfälle
  • Steuer: Wo Sie künftig steuerpflichtig sind, was mit deutschen Einkünften und mit Vermögen geschieht. Das ist stark einzelfallabhängig und gehört in die Hand einer Steuerberatung – möglichst vor dem Wegzug
  • Bankverbindung: Ob und wie ein deutsches Konto weitergeführt werden kann, und wie Sie Lastschriften umstellen
  • Versicherungen: Hausrat, Haftpflicht, Rechtsschutz, Unfall – jede einzeln prüfen; die Hausratversicherung ist an eine Wohnung gebunden
  • Verträge kündigen oder ruhend stellen: Miete, Strom, Gas, Internet, Telefon, Mobilfunk, Rundfunkbeitrag, Abonnements, Fitnessstudio, Vereine – Kündigungsfristen unterscheiden sich erheblich
  • Post: Nachsendeauftrag ins Ausland prüfen und eine Zustelladresse in Deutschland überlegen
  • Vollmacht in Deutschland: Eine Person, die Post öffnen und Behördensachen erledigen kann, erspart viel – mit schriftlicher Vollmacht
  • Kfz: Verkauf, Abmeldung oder Mitnahme? Für die Einfuhr eines Fahrzeugs gelten eigene Vorschriften des Ziellandes
  • Haustiere: Impfungen, Papiere und Einreiseregeln haben eigene Vorlaufzeiten und laufen nicht über den Umzug
  • Schule und Kita: Abmeldung hier, Anmeldung dort – letzteres oft mit langem Vorlauf
  • Dokumente vorbereiten: Zeugnisse, Nachweise, Urkunden. Ob Übersetzungen oder Beglaubigungen verlangt werden, sagt die Stelle im Zielland

Zu keinem dieser Punkte können wir Auskunft geben – das sind Fragen an Behörden, Versicherungen und Fachberatung. Wir nennen sie hier, weil die Liste in der Umzugsplanung regelmäßig untergeht und weil einige Punkte Vorlauf brauchen.

Lagerfläche der Umzugsfirma Junker in Berlin für eingelagertes Umzugsgut
Was hierbleibt: Eingelagertes Gut mit Nummern und Fotos zu dokumentieren zahlt sich bei der Rückkehr aus.

Zeitliche Reihenfolge, die sich bewährt hat

Ohne Wochenangaben, weil die Vorläufe je nach Zielland und Frachtweg stark auseinandergehen. Die Reihenfolge bleibt aber gleich.

  • Zuerst: Klären, was am Zielort vorhanden ist – möbliert oder leer, welche Anschlüsse, welche Maße. Ohne diese Information ist jede Entscheidung über das Umzugsgut Raten
  • Dann: Die vier Gruppen bilden und entscheiden, was mitkommt, was bleibt, was weggeht
  • Dann: Angebote einholen – auf Grundlage der Entscheidung, nicht davor
  • Parallel: Die Behörden- und Vertragsliste abarbeiten, beginnend mit den Punkten, die Vorlauf brauchen: Krankenversicherung, Haustiere, Schule, Kfz
  • Dann: Verkaufen und verschenken – das dauert länger als gedacht
  • Vor dem Verpacken: Umzugsgutliste anlegen, nummeriert und mit Wertangaben; Zustand fotografieren
  • Zum Schluss: Abmeldung, Wohnungsübergabe, Zählerstände, Übergabeprotokoll
  • Was den Zeitplan bestimmt, ist selten der Umzug selbst, sondern der langsamste Vorgang daneben: ein Visum, eine Impfung für das Haustier, ein Schulplatz oder eine Frachtbuchung. Der Transport lässt sich vergleichsweise flexibel einordnen, wenn alles andere steht – umgekehrt nicht.

    Verpackung und Umzugsgutliste

    Bei internationalen Sendungen ist die Verpackung anspruchsvoller als im Inland: Das Gut ist länger unterwegs, wird umgeschlagen und kann Klimawechseln ausgesetzt sein. Zusätzlich brauchen Sie eine belastbare Liste – nicht nur für Formalitäten, sondern für Ihre eigene Übersicht.

  • Alles verschlossen und beschriftet – offene Behälter sind für internationale Sendungen nicht geeignet
  • Umzugsgutliste nummeriert und mit Wertangaben; sie ist Grundlage für Formalitäten und für jede Absicherung
  • Zustand fotografieren, insbesondere bei Möbeln und hochwertigen Stücken
  • Möbel demontieren, wo möglich – Beschläge pro Möbelstück beuteln und beschriften. Auf Wunsch übernimmt das unser Montageservice
  • Klimaempfindliches gesondert betrachten: Instrumente, Bilder, Massivholz
  • Nichts einpacken, was nicht mitreisen darf – bei Zweifeln vorher ansprechen
  • Absicherung vor Vertragsschluss klären: Die gesetzliche Haftung beim Umzugsvertrag bemisst sich nach dem benötigten Laderaum und nicht nach dem Wert des Umzugsguts
  • Passendes Material liefern wir auf Wunsch vorab – Umzugsmaterial. Wie fachgerecht gepackt wird, steht in unserem Beitrag „Richtig packen“.

    Frachtweg und Papiere

    Diese Punkte behandeln wir an anderer Stelle ausführlich, weil sie unabhängig vom Anlass gelten. In Kurzform:

    • Straße für Ziele innerhalb Europas, mit direkter Zustellung
    • Seefracht für Übersee, im eigenen Container oder als Teilladung – mit deutlich mehr Vorlauf
    • Luftfracht für Vorausgepäck und dringend Benötigtes, meist auf wenige Positionen begrenzt
    • Papiere: Umzugsgutliste mit Wertangaben, Nachweise zum Umzugsanlass, Ausweisdokumente – welche genau, bestimmt das Zielland
    • Einfuhrbeschränkungen sind länderspezifisch und ändern sich. Verbindliche Auskunft erteilen die zuständigen Behörden und die Auslandsvertretung des Ziellandes

    Ausführlich in unserem Beitrag „BUKG-Auslandsumzug“.

    Wozu wir keine Auskunft geben können

    Welche Güter Ihr Zielland zulässt, welche Nachweise verlangt werden, wie die Abfertigung dort abläuft und welche steuerlichen oder versicherungsrechtlichen Folgen ein Wegzug hat – dazu erteilen allein die zuständigen Behörden, die Auslandsvertretung des Ziellandes und Ihre Fachberatung verbindliche Auskunft. Wir unterstützen bei Verpackung, Umzugsgutliste und Transportvorbereitung und sagen Ihnen offen, wenn eine Frage außerhalb unseres Bereichs liegt.

    Wenn es nur wenige Möbel sind

    Nicht jeder internationale Umzug umfasst einen Haushalt. Bei überschaubarem Umfang über eine längere Strecke kann eine Beiladung die passendere Variante sein: Das Umzugsgut fährt auf der freien Kapazität einer bestehenden Tour mit. Der Preis sinkt, dafür liegen Abholung und Zustellung in einem Zeitraum statt auf einem Datum. Für Ziele innerhalb Europas ist das häufig eine sinnvolle Lösung.

    So kommen Sie zum Angebot: Für ein belastbares Angebot brauchen wir wenige Angaben:

    • Zielland und Zielort, möglichst mit Adresse und Etage
    • Abholadresse mit Etage und Angabe, ob ein Aufzug vorhanden ist
    • was mitkommt – den Umfang nehmen wir auf, eine grobe Liste genügt zum Start
    • ob am Zielort möbliert gestellt wird
    • was in Deutschland bleiben soll
    • sperrige oder hochwertige Einzelstücke wie Klavier, Kunst, Fahrzeug
    • gewünschter Verladezeitraum und wie beweglich Sie zeitlich sind
    • ob Verpacken, Demontage, Einlagerung oder Entsorgung dazukommen sollen

    Die Umzugsfirma Junker ist seit 2012 in Berlin tätig und kommt auf 4,9 von 5 Sternen aus mehr als 1.600 Bewertungen. Welche Frachtwege, Abfertigungsschritte und Zielländer im Einzelfall abgedeckt werden können, klären wir bei der Anfrage – abhängig von Relation und Umfang arbeiten wir dafür mit geeigneten Partnern zusammen. Angebot in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Einen Überblick über unsere Leistungen gibt die Seite Umzug in Berlin.

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