Praxisumzug planen: was außer dem Umzug noch dazugehört

Praxisumzug planen: was außer dem Umzug noch dazugehört

Eine Praxis zu verlegen ist ein Büroumzug mit sechs zusätzlichen Arbeitssträngen. Neben Möbeln und Technik ziehen Dinge um, die genehmigt, gemeldet, geprüft oder besonders geschützt werden müssen: Medizintechnik mit Herstellervorgaben, Röntgeneinrichtungen mit Strahlenschutzauflagen, Patientenakten unter Schweigepflicht, die Anbindung an die Telematikinfrastruktur – und Patientinnen und Patienten, die wissen müssen, wo künftig behandelt wird.

Der Transport ist dabei der planbarste Teil. Kritisch sind die Stränge, die parallel laufen müssen und andere Vorlaufzeiten haben als der Umzug selbst. Dieser Beitrag ordnet sie. Die allgemeine Projektseite – Phasen, Rollen, Stellplan – steht in unserem Beitrag Büroumzug planen; hier geht es nur um das, was bei einer Praxis dazukommt. Die Umzugsfirma Junker ist seit 2012 in Berlin tätig.

Mitarbeiter der Umzugsfirma Junker verpackt empfindliche Technik für den Praxisumzug
Empfindliche Technik: Geräte werden gepolstert, gesichert und erschütterungsarm transportiert – nach Vorgabe des Herstellers.

Das Wichtigste in Kürze: Klären Sie zuerst, welche Meldungen und Genehmigungen an den neuen Standort gebunden sind – Kassenärztliche Vereinigung, Ärztekammer, Aufsichtsbehörden und bei Röntgeneinrichtungen der Strahlenschutz. Diese Stränge haben eigene Vorlaufzeiten und lassen sich nicht beschleunigen. Sprechen Sie früh mit Ihrem Gerätedienstleister: Viele Geräte brauchen nach dem Transport eine Prüfung, Kalibrierung oder Abnahme, bevor sie wieder eingesetzt werden dürfen. Für Patientenakten gelten Schweigepflicht und Datenschutz auch während des Transports – verschlossene, dokumentierte Behälter statt offener Kartons. Und planen Sie die Praxis-EDV samt Telematikanbindung als eigenen Strang: Ohne funktionierende Anbindung nützt der beste Behandlungsraum wenig.

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Die sechs Stränge, die eine Praxis zusätzlich hat

Jeder dieser Punkte hat eine eigene Zuständigkeit und einen eigenen Vorlauf. Der Umzug selbst kann erst terminiert werden, wenn die kritischen davon geklärt sind.

Ist der neue Standort zulassungsseitig geklärt? Praxisinhabende · KV · Kammer Eine Verlegung des Praxissitzes ist gegenüber den zuständigen Stellen anzuzeigen und kann genehmigungsbedürftig sein. Klären Sie das mit Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung und Ihrer Kammer, bevor Sie Mietverträge unterschreiben.
Wird eine Röntgeneinrichtung mitverlegt? Strahlenschutzverantwortliche · Behörde Röntgeneinrichtungen unterliegen dem Strahlenschutzrecht. Der Betrieb an einem neuen Standort ist gegenüber der zuständigen Behörde anzuzeigen beziehungsweise genehmigungspflichtig, und es können Sachverständigenprüfungen sowie bauliche Nachweise erforderlich sein. Dieser Strang hat erfahrungsgemäß den längsten Vorlauf.
Welche Geräte brauchen nach dem Transport eine Prüfung? Gerätedienstleister · Hersteller Viele Medizinprodukte dürfen nach einem Ortswechsel erst nach Prüfung, Kalibrierung oder Abnahme wieder eingesetzt werden. Holen Sie die Herstellervorgaben ein und stimmen Sie die Termine so ab, dass Prüfung und Wiederinbetriebnahme direkt an den Umzug anschließen.
Wie werden Patientenakten transportiert? Praxisleitung · Datenschutz Schweigepflicht und Datenschutz gelten auch unterwegs. Verschlossene, gekennzeichnete Behälter, dokumentierte Anzahl bei Abholung und Ankunft, klare Verantwortlichkeit während des Transports.
Wann läuft die Praxis-EDV am neuen Standort? PVS-Anbieter · IT · Netzbetreiber Praxisverwaltungssystem, Kartenterminals und die Anbindung an die Telematikinfrastruktur hängen am Internetanschluss. Lassen Sie sich Schalt- und Installationstermine schriftlich bestätigen.
Erfüllen die neuen Räume die Hygieneanforderungen? Hygienebeauftragte · Aufsicht Aufbereitungsraum, Trennung von rein und unrein, Handwaschplätze, Lagerbedingungen: Prüfen Sie die neuen Räume gegen Ihren Hygieneplan, bevor eingerichtet wird – nicht danach.

Übersicht zur Orientierung. Welche Anzeigen, Genehmigungen und Prüfungen im Einzelfall erforderlich sind, hängt von Fachrichtung, Geräteausstattung und Bundesland ab und ist mit den zuständigen Stellen zu klären. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Der Strang, der den Termin bestimmt

In der Praxis ist es selten der Umzug, der den Termin diktiert, sondern der langsamste Genehmigungs- oder Anschlussstrang. Wer den Umzugstermin festlegt, bevor Strahlenschutz, Zulassung und Internetanschluss geklärt sind, plant um eine Unbekannte herum. Umgekehrt lässt sich der Transport vergleichsweise kurzfristig einplanen, wenn alles andere steht.

Schließzeit: der eigentliche Kostenfaktor

Anders als im Büro fällt in einer Praxis nicht nur Arbeit aus, sondern Behandlung – mit direkten Folgen für Umsatz und für Patientinnen und Patienten, die auf einen Termin warten. Vier Hebel wirken dabei am stärksten:

  • Sprechstundenfreie Zeit nutzen. Umzüge über ein Wochenende, an einem sprechstundenfreien Tag oder über einen Brückentag verlagern die Unterbrechung dorthin, wo ohnehin nicht behandelt wird.
  • Terminbuch vorbereiten. Vor dem Umzug weniger Termine annehmen, danach zunächst reduziert starten – so entsteht Puffer für die Wiederinbetriebnahme.
  • Kritische Räume zuerst. Ein Behandlungsraum und der Empfang, die funktionieren, sind mehr wert als sechs halb eingerichtete Räume.
  • Geräteprüfung anschließend terminieren. Wenn der Gerätedienstleister erst Tage später kommt, steht die Praxis trotz fertigem Umzug still.

Wir richten den Ablauf danach aus: Behandlungsräume, Wartebereich und Empfang werden nach Plan ab- und am neuen Standort wieder aufgebaut, sodass am nächsten Sprechtag behandelt werden kann. Die De- und Remontage läuft über unseren Montageservice.

Medizintechnik: Absprache vor Verpackung

Geräte sind der Punkt, an dem ein Praxisumzug am teuersten schiefgehen kann. Entscheidend ist weniger die Polsterung als die Frage, wer was ab- und wieder anbaut.

  • Bestandsliste erstellen: Welche Geräte ziehen um, welche werden ersetzt, welche entsorgt?
  • Herstellervorgaben einholen – manche Geräte dürfen nur vom autorisierten Servicetechniker abgebaut oder wieder in Betrieb genommen werden
  • Zuständigkeiten festhalten: Was übernimmt der Gerätedienstleister, was das Umzugsteam? Diese Grenze muss vor dem Umzugstag gezogen sein
  • Transportsicherungen anbringen, wo vorgesehen; Kleinteile, Handstücke und Zubehör beim Gerät beuteln und beschriften
  • Flüssigkeiten und Verbrauchsmaterial entnehmen, wo Herstellervorgaben es verlangen
  • Empfindliche Geräte erschütterungsarm transportieren und im Fahrzeug separat sichern
  • Prüfung und Wiederinbetriebnahme direkt im Anschluss terminieren und dokumentieren
  • Kühlpflichtige Bestände gesondert planen – Kühlkette und Temperaturdokumentation liegen in der Verantwortung der Praxis
  • Für Bildschirme, Rechner, Netzwerk und Serverkomponenten übernehmen wir Abbau, Transport und Wiederaufbau auf Wunsch komplett: IT- und Büroausstattung. Ausgemusterte Technik führen wir der Entsorgung zu, damit die alte Fläche leer übergeben werden kann.

    Patientenakten: Schweigepflicht gilt auch unterwegs

    Der sensibelste Teil des Umzugs. Patientendaten unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht nach § 203 StGB und dem Datenschutzrecht – und beides endet nicht an der Praxistür. Für den Transport bedeutet das vor allem Nachvollziehbarkeit.

    • Verschlossene Behälter statt offener Kartons, auf Wunsch versiegelt
    • Anzahl dokumentieren – bei Abholung und bei Ankunft, mit Gegenzeichnung
    • Keine Zwischenlagerung an ungesicherten Orten; wenn Lagerung nötig ist, gesondert regeln
    • Reihenfolge des Archivs beibehalten, damit am neuen Standort sofort gearbeitet werden kann
    • Getrennt transportieren, wenn die Sensibilität es erfordert – nicht zwischen Wartezimmerstühlen
    • Vertragliche Grundlage prüfen: Ob und in welcher Form eine Vereinbarung mit dem Umzugsdienstleister nötig ist, klären Sie mit Ihrer oder Ihrem Datenschutzbeauftragten

    Vor dem Umzug aussortieren – aber richtig

    Ein Umzug ist ein guter Anlass, Bestände zu sichten. Für Behandlungsdokumentation gilt allerdings eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht – nach § 630f BGB grundsätzlich zehn Jahre nach Abschluss der Behandlung, sofern nicht andere Vorschriften längere Fristen vorsehen; für einzelne Bereiche, etwa im Strahlenschutz, gelten abweichende und teils deutlich längere Fristen.

    Vernichtet werden darf nur, was nachweislich außerhalb aller einschlägigen Fristen liegt – und dann datenschutzgerecht, nicht über den Papiermüll. Prüfen Sie die Fristen für Ihre Fachrichtung, bevor etwas entsorgt wird. Wir transportieren Akten, übernehmen aber keine Aktenvernichtung.

    Passendes Material – belastbare Aktenkartons sowie Geräte- und Instrumentenkartons – liefern wir vor dem Termin: Umzugsmaterial. Wie Beschriftung und Mengenplanung im gewerblichen Umfeld funktionieren, steht in Umzugsmaterial für Büro und Praxis.

    Verpackungsmaterial und beschriftete Kartons für einen Praxisumzug der Umzugsfirma Junker
    Akten und Unterlagen: verschlossen, gekennzeichnet, in der Anzahl dokumentiert – bei Abholung und bei Ankunft.

    Praxis-EDV und Telematikanbindung

    Der Grund, warum Praxen nach einem Umzug am häufigsten nicht arbeiten können, ist selten ein beschädigtes Gerät – es ist eine fehlende Verbindung. Praxisverwaltungssystem, Kartenterminals und die Anbindung an die Telematikinfrastruktur hängen alle am Internetanschluss des neuen Standorts.

  • Internetanschluss so früh wie möglich beauftragen und den Schalttermin schriftlich bestätigen lassen
  • PVS-Anbieter frühzeitig einbinden – Umzug des Systems, Datensicherung, Lizenzen, Support am ersten Tag am neuen Standort
  • Telematik-Komponenten und Kartenterminals mit dem zuständigen Dienstleister abstimmen; ein Standortwechsel erfordert je nach Anbindung eine Neukonfiguration
  • Datensicherung vor dem Abbau, unabhängig davon, wie sorgfältig transportiert wird
  • Netzwerkdosen und Verkabelung am neuen Standort prüfen, bevor die Arbeitsplätze kommen
  • Zugangsdaten und Ansprechpersonen gebündelt bereithalten, damit die Inbetriebnahme nicht an einem Passwort hängt
  • Rufnummernmitnahme klären – für viele Praxen ist die bekannte Telefonnummer geschäftskritisch
  • Hygiene und Räume prüfen, bevor eingerichtet wird

    Neue Räume sind selten eins zu eins wie die alten geschnitten. Was im alten Grundriss selbstverständlich funktionierte, muss am neuen Standort neu gedacht werden – und zwar vor der Möbelplanung, nicht danach.

    • Aufbereitungsraum: Ist die Trennung von reinem und unreinem Bereich baulich abbildbar? Wo steht das Aufbereitungsgerät, welche Anschlüsse braucht es?
    • Handwaschplätze in der erforderlichen Zahl und an den richtigen Stellen
    • Lagerbedingungen für Verbrauchsmaterial und temperaturgeführte Bestände
    • Wege und Zonen: Patientenweg, Personalweg, Materialweg – möglichst kreuzungsarm
    • Diskretion am Empfang: Abstand, Sichtschutz, Gesprächsakustik im Wartebereich
    • Barrierefreiheit von Zugang, Wartebereich und Sanitärbereich
    • Ihren Hygieneplan gegen die neuen Räume prüfen und gegebenenfalls anpassen

    Aus dieser Prüfung entsteht der Stellplan, nach dem wir ab- und aufbauen. Wie ein Stellplan aufgebaut wird und warum er das wichtigste Dokument des Umzugs ist, steht in Büroumzug planen.

    Patientenkommunikation und Außenwirkung

    Der Strang, der am häufigsten liegen bleibt – und der als Einziger auch nach dem Umzug noch wirkt. Eine falsche Adresse im Netz schickt Patientinnen und Patienten buchstäblich an die falsche Tür.

    BereichWas umgestellt werden muss
    Direkte InformationAushang in der alten Praxis, Hinweis bei Terminvergabe, Ansage am Telefon, Anschreiben bei laufender Behandlung
    OnlineWebsite und Impressum, Google-Unternehmensprofil, Arztsuche-Portale, Terminportale, Kartendienste, Bewertungsprofile
    VerzeichnisseArztsuche der Kassenärztlichen Vereinigung, Kammerverzeichnis, Notdienstlisten, Kooperationspartner
    DrucksachenRezeptdrucker und Formulare, Praxisstempel, Terminzettel, Briefbögen, Visitenkarten, Überweisungsvordrucke
    Zuweiser und PartnerÜberweisende Praxen, Labore, Apotheken, Sanitätshäuser, Abrechnungsdienstleister
    Vor OrtPraxisschild, Klingel- und Briefkastenschild, Wegeleitung im Gebäude, Öffnungszeiten an der Tür

    Behandeln Sie diese Liste als eigenen Arbeitsstrang mit fester Zuständigkeit. Sie läuft parallel zum Umzug, nicht danach.

    Das Google-Unternehmensprofil und die Einträge in Arztsuchportalen verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit: Für viele Praxen sind sie die erste Kontaktquelle. Aktualisieren Sie beides zum Standortwechsel, nicht später.

    Am Umzugstag: Zugang, Diskretion, Reihenfolge

  • Zufahrt und Ladezone an beiden Adressen klären, gegebenenfalls Halteverbotszone beantragen – auf Wunsch übernehmen wir das
  • Aufzug reservieren und Schutzverkleidung mit der Hausverwaltung abstimmen
  • Zugang außerhalb der Sprechzeiten: Wer schließt auf, gibt es eine Alarmanlage?
  • Diskretion: Akten und Unterlagen nicht offen im Flur oder Treppenhaus zwischenlagern
  • Eine Ansprechperson aus der Praxis bleibt vor Ort und entscheidet Rückfragen
  • Reihenfolge festlegen: zuerst die Räume, die für den ersten Sprechtag gebraucht werden
  • Bautenschutz in Fluren und Behandlungsräumen, bevor das erste Möbelstück bewegt wird
  • Altes Inventar entsorgen lassen, damit die alte Fläche übergeben werden kann: Sperrmüllentsorgung
  • Was am neuen Standort noch nicht gebraucht wird oder erst nach Umbauten Platz findet, lagern wir befristet ein: Einlagerung. Für Gemeinschaftspraxen, MVZ und größere Standortverlagerungen koordinieren wir alle Bereiche aus einer Hand: Gewerbeumzug.

    So kommen Sie zum Festpreis: Für ein belastbares Angebot brauchen wir wenige Angaben:

    • beide Adressen mit Etage, Aufzug und Zufahrtssituation
    • Fachrichtung, Praxisgröße und Anzahl der Behandlungsräume
    • Geräteliste mit Hinweis, welche Geräte der Fachdienstleister betreut
    • Umfang des Aktenbestands, möglichst in laufenden Metern
    • ob eine Röntgeneinrichtung oder vergleichbar auflagenbehaftete Technik mitzieht
    • gewünschtes Zeitfenster – Wochenende, sprechstundenfreier Tag oder Brückentag
    • ob Montage, Einlagerung oder Entsorgung dazukommen sollen
    • ob die alte Fläche zurückgebaut und besenrein übergeben werden muss

    Die Umzugsfirma Junker ist seit 2012 in Berlin tätig, führt über 1.000 Umzüge im Jahr durch und kommt auf 4,9 von 5 Sternen aus mehr als 1.600 Bewertungen. Angebot und Rechnung erhalten Sie auf den Praxisnamen, nach Positionen aufgeschlüsselt – in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

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